Im Schatten der weißen Kittel

Wenn von Personalherausforderungen in der Krankenhauslandschaft die Rede ist, steht meist der Mangel beim Pflege- und medizinischen Fachpersonal im Zentrum der Diskussion. Doch auch der Verwaltungsbereich von Krankenhäusern ist mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. Fehlende Kontinuität in der kaufmännischen Leitung gefährdet langfristig sogar die Existenz der Häuser.

Mit rund 460 Mitarbeitern1 ist ein deutsches Krankenhaus etwa zweieinhalb Mal so groß wie ein durchschnittliches Maschinenbau-Unternehmen2. Man stelle sich den Aufschrei vor, wenn bekannt würde, dass die Betriebe der nationalen Leitbranche in einer existenziellen Umbruchphase mehrheitlich ohne stabile Führungsteams dastehen. Doch genau das passiert gerade in zahlreichen deutschen Kliniken.

Galt die Position des Geschäftsführers oder der kaufmännischen Krankenhaus-Leitung lange Zeit als unscheinbarer Posten im Hintergrund, den Verantwortliche über Jahre innehatten und der unter einer chronischen Überalterung litt, so hat die deutsche Krankenhauslandschaft heute mit dem Gegenteil zu kämpfen: Demnach gab es in rund der Hälfte der Häuser innerhalb der letzten drei Jahre einen Wechsel in der Geschäftsführung3. Etwa ein Drittel von ihnen hatte dabei nach eigenen Aussagen Schwierigkeiten, einen geeigneten Nachfolger zu finden.

All das in einer Situation, in der etliche Kliniken mit einer Reihe von strategischen Fragestellungen konfrontiert sind4 : Wie kann trotz sinkendender stationärer Fallzahlen neues Wachstum generiert werden? Können trotz steigenden Kostendrucks Investitionen in die digitale Infrastruktur des Hauses getätigt werden? Wie können Abteilungen trotz gravierenden Personalmangels im zunehmenden Qualitätswettbewerb bestehen? Gleichzeitig kommt es im Tagesgeschäft aufgrund der angespannten Personal- und Finanzsituation vieler v.a. kommunaler Häuser immer wieder zu Konflikten zwischen dem medizinischen Personal und der Verwaltung.

Die Komplexität dieser Aufgaben erfordert eine starke und v.a. stabile Führungsmannschaft. Ständige Personalwechsel in der Geschäftsführung hingegen verschleppen wichtige Entscheidungen und sorgen für Unruhe in der Belegschaft. Sie sind das Ergebnis einer seit Jahren mangelnden Nachfolgeplanung im Bereich des nichtmedizinischen Personals. Hinzu kommt, dass Bei- und Aufsichtsräte im Krankenhausbereich oft nicht den gleichen Professionalitätsgrad aufweisen wie in anderen Branchen.

Schaffen es Krankenhäuser nicht, diese Schwierigkeiten durch eine strategische Nachfolgeplanung und professionelle Besetzung dieser strategischen Schlüsselfunktion zu beheben, muss über den Personalmangel im medizinischen Bereich nicht mehr gesprochen werden – denn dann ist die Existenz des Krankenhauses an sich gefährdet.

In den letzten Jahren konnten wir daher in unserem Haus eine gestiegene Nachfrage nach Besetzungsprojekten durch aktive Direktansprache verbuchen , nachdem Kliniken gute Kandidaten nicht oder nicht schnell genug über ihre passiven Kanäle ansprechen konnten. Auch für die aktive Begleitung von Besetzungsprozessen konnte sich HealthCorp Partners als professioneller Partner der Krankenhäuser erfolgreich im Markt etablieren.


1 Springer: Krankenhaus-Report 2019
2 ifo-Institut, Statistisches Bundesamt, Stifterverband Wissenschaftsstatistik, VDMA/ifo institute, Federal Statistical Office, Stifterverband Wissenschaftsstatistik, VDMA
3 Roland Berger: Krankenhausstudie 2018
4 Roland Berger: Krankenhausstudie 2019