Executive Search in der Schweiz


Executive Search in der Schweiz

Chancen und Herausforderungen für die Personalberatung

Als eine hoch spezialisierte Personalberatung im Gesundheitswesen in Deutschland, Österreich und in der Schweiz, kennt HealthCorp Partners die Anforderungen der Länder genau. Und hier sehen die Gründer und Managing Partner der Personalberatung, Claudia E. Gschwind und Jürgen Stoll, durchaus Unterschiede in der Personalrekrutierung. Um diesen Unterschieden gerecht zu werden und näher am Kunden zu sein, ist HealthCorp Partners seit 2016 mit einem Büro und lokalen Mitarbeitern in der Schweiz vertreten.

Unterscheidet sich die Rekrutierung von Führungspersonal in der Schweiz wirklich so deutlich zu den Nachbarländern Deutschland und Österreich?
Diese Frage beantworten Claudia Gschwind und Jürgen Stoll mit einem ganz klaren Ja. Um sich auf dem stark reglementierten Schweizer Markt als Personalagentur etablieren zu können, gibt es einige Hürden zu überwinden. Denn als Personalberatung können sich in der Schweiz nur Firmen niederlassen, die hierfür eine offizielle Zulassung vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erhalten. Die Erteilung der Zulassung ist zudem an die Auflage gebunden, dass ein Mitglied der Geschäftsführung seinen Wohnsitz in der Schweiz hat und das Unternehmen vor Ort vertritt.

Die Suche nach geeignetem Spitzenpersonal muss grundsätzlich leise, diskret und seriös erfolgen, so Claudia Gschwind. Doch während die potentiellen Kandidaten in Deutschland und Österreich eher bereit sind über einen Unternehmenswechsel nachzudenken, sind die Schweizer Kandidaten hier zurückhaltender. Das erste Telefonat entscheidet darüber, ob die Kandidaten Vertrauen fassen und sich öffnen. Selten sind die Kandidaten bereit Informationen über sich preiszugeben und ihre Unterlagen zu schicken, wenn sie nicht schon beim ersten Kontakt alle Informationen über das suchende Unternehmen erhalten. „Sie brauchen in der Schweiz noch mehr Fingerspitzengefühl bei der Personalrekrutierung als in Deutschland oder Österreich“, ergänzt Jürgen Stoll, der einen Wandel in der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Personalberatungen wahrnimmt. Den Generalisten, der für alle Personalangelegenheiten zuständig ist, findet man nur noch in kleineren Unternehmen. Grössere Firmen beschäftigen oft eigene Spezialisten für die Rekrutierung oder arbeiten ganz oder zum Teil mit externen Providern, an welche die Personalsuche outgesourced wird.

„Der Personalmarkt in der Schweiz ist ein ganz eigener“
, so Claudia Gschwind. „Zum einen ist die Wechselbereitschaft der Kandidaten geringer als in Deutschland“. Der Arbeitsmarkt ist gut und es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Mitarbeiter kündigen um eine kurze Pause einzulegen und erst danach anfangen einen neuen Job zu suchen. Wer keinen Druck verspürt einen Job zu finden, lässt sich auch nicht so leicht ansprechen und wird auch weniger bereit sein einen Umzug in Kauf zu nehmen. Aufgrund von Sprachbarrieren ist der Arbeitsmarkt (Deutsch, Französische und Italienische Schweiz) sehr viel kleiner und geschlossener als z. B. in Deutschland. Zudem gibt es den lokalen Schweizer Arbeitsmarkt und den im Vergleich zu Deutschland relativ grossen internationalen „Headquarter“ Arbeitsmarkt, der ganz andere Profile verlangt und viele Mitarbeiter aus dem Ausland anzieht. Die Schweizer Kandidaten sind aus der Erfahrung der Personalberater eher skeptisch gegenüber Neuerungen und leben in einer sich abgeschlossen Welt – sicher auch bedingt durch die unterschiedlichen Kulturen, die die Schweiz prägen. Denn in keinem Land sind die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse bei der Personalsuche so ausgeprägt wie in der Schweiz. Das hat zur Folge, dass die Personalvermittler, die sich in der Schweiz bewegen, das Land, die Menschen und die unterschiedlichen Kulturen sehr gut kennen müssen. „Personalberatungen werden nicht erfolgreich sein, wenn sie ihr Konzept zur Personalrekrutierung einfach auf die Schweiz übertragen“, so Jürgen Stoll. HealthCorp Partners hat sich daher bewusst für ein eigens Schweizer Team, mit Miterbeitern entschieden, die in der Schweiz leben und lokale Berufserfahrung nachweisen können.

Wie die meisten Länder ist auch die Schweiz vom Fachkräftemangel im Gesundheitswesen betroffen.

Die Wechselbereitschaft unter den Führungskräften ist jedoch gerade innerhalb der DACH-Region in den letzten Jahren gestiegen. Der Wechsel findet hier aber eher in Richtung Schweiz statt, als aus der Schweiz heraus in die Nachbarländer. Die Motivation der Kandidaten zu einem Wechsel liegt in den meisten Fällen in besseren beruflichen Perspektiven und einem damit verbundenen höheren Einkommen. Vor allem im Pflege- und Krankenhausmarkt sind es auch die besseren Arbeitsbedingungen, die einen Wechsel in die Schweiz interessant machen.

Für Kandidaten mit EU Pass ist ein Wechsel in die Schweiz heute unproblematisch. Zwar benötigen auch diese einen Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung, bekommen diese aber aufgrund von bilateralen Abkommen mit der EU schnell und unbürokratisch. Allerdings verschärft sich hier politisch beeinflusst gerade wieder das Umfeld. Firmen müssen nachweisen, dass sie die Position nicht auf dem Schweizer Markt besetzen können, um eine Bewilligung für einen neuen Mitarbeiter aus dem Ausland zu bekommen.

Ein Umzug in die Schweiz kann aber durchaus aufgrund von kulturelle Unterschieden eine Herausforderung sein. Gerade wenn ganze Familien umziehen, sind diese z.B. mit Unterschieden in der Betreuung von Kindern oder dem Schulsystem konfrontiert. Nur weil in der Deutschschweiz fast alle Schweizer sehr gut Hochdeutsch sprechen und verstehen, handelt es sich nicht um deren Muttersprache Schweizerdeutsch. Auch wenn der Umzug vielleicht nur wenige 100 Km sind, muss man sich bewusstmache, in ein anderes Land zu ziehen.

Das Schweizer Team mit Franz Landsberger und Alexandra Krahl hat bereits viele Mitarbeiter bei dem Transfer in die Schweiz begleitet. Neben der Personalsuche können sie auf Wunsch sowohl dem Unternehmen als auch den Kandidaten wertvolle Hilfestellung leisten.

Autoren:

Claudia Gschwind

Jürgen Stoll