Die Robotikwende in der Chirurgie und das veränderte Anforderungsprofil für Chefärzte:innen

Die invasive Medizin erlebt eine Automatisierungswende. Künstliche Intelligenz, bildgebende Verfahren und Roboter sind im Operationssaal angekommen. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren exponentiell beschleunigen. Chirurgen operieren bereits heute mit drei Armen und mit dem vierten halten sie eine 3D-Kamera. Der Arzt benötigt dafür lediglich eine Kontrollkonsole, um den Eingriff zu leiten und jede Bewegung des Roboterassistenzen präzise zu steuern. Wird der Chirurg künftig also weniger auf sein feinmotorisches Talent als auf seine Robotik-Expertise vertrauen? Auf welche Daten wird er sich während des Eingriffs verlassen? Auf seine Erfahrungen und sein Wissen oder auf die Daten, die eine OP-Plattform liefert und die eine KI in Echtzeit zur Verfügung stellt, jederzeit abrufbar per Sprachbefehl?

Studien haben gezeigt, dass Chirurgen, wenn sie vor Operationen ein Action-Spiel spielen, bei laparoskopischen und endoskopischen Eingriffen besser abschneiden. Gut möglich, dass Video-Gaming und Virtual Reality Spiele auf die Agenda der Weiterbildungsmaßnahmen junger Chirurgen kommen. Ohne Frage wird die moderne Robotertechnologie in künftigen Operationssälen immer stärker integriert werden. Und im Zuge der Automatisierung übernimmt die künstliche Intelligenz, zusammen mit den modernen Operationstechniken eine Schlüsselrolle. Sie schafft für den Einsatz von roboterassistierten Systemen die notwendigen Rahmenbedingungen. Man benötigt keine extremen Szenarien, um zu erkennen, dass der intensive Umgang mit Automatisierungstechnologien, KI und Daten künftig eine überragende Rolle spielen und die Realität in Kliniken tiefgreifend prägen wird.

Die Aufgabe, ärztliche Kunst, Intuition und Erfahrung mit den smarten Zukunftstechnologien in Einklang zu bringen verlangt nach Expert:innen eines neuen Typs. Mediziner Chefärzte:innen, die über die eigenen Fachgrenzen hinaus die Perspektiven der Roboter-Assistenten für Ärzte und Patienten weiterentwickeln.  

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